Sexuelle Funktionsstörungen sind für beide Geschlechter etwas völlig Unangenehmes. Nicht nur, dass das Sexualleben stark eingeschränkt ist oder sogar gar nicht stattfindet – derartige Probleme können auch Gift für eine Beziehung oder Ehe sein. Denn oft ziehen sich die Partner mit einer solchen Problematik zurück, schämen sich und versuchen, allein mit diesem Stigma klarzukommen. Sie merken allerdings nicht, dass sie dabei auch den Partner gleich mit verunsichern.

Die Partnerschaft steht dann auf einmal auf ziemlich wackeligen Füßen. Doch was kann man tun, um diesem Teufelskreis zu entkommen und die Ehe oder Beziehung doch noch zu retten?

Reden, Reden, Reden

Das Wichtigste ist in dieser Situation das Reden. In erster Instanz mit dem Partner, danach mit einem kompetenten Facharzt. In einer Ehe sind Nähe und Vertrauen unheimlich wichtig. Wenn sich die Partner aber bei solchen Problemen nun anschweigen, verschlimmert dies die Situation merklich. Schamgefühl, Leistungsdruck, Verunsicherung, Rückzug. Dieser Teufelskreis ist nur schwer aufzuhalten. Von daher sollten sich die Betroffenen erst einmal dem Partner gegenüber öffnen. Manchmal kann es schon ungemein helfen, sich ein wenig Kummer von der Seele zu reden. Danach entscheidet man in Optimalfall gemeinsam, was zu tun ist. Toll ist es, wenn der Partner möglicherweise sogar den letzten „Schubser“ gibt, damit sich der Betroffene bei einem Arzt vorstellt. Derartige Gespräche sollten niemals einfach so zwischen Tür und Angel geführt werden. Beide Partner sollten sich Zeit nehmen, eine Wohlfühlatmosphäre schaffen. In einer solchen fällt auch das Reden wesentlich leichter. Vielleicht kombiniert man ein solches Gespräch mit einem schönen Essen zu zwei zu Hause? Auf jeden Fall spielt eine ungezwungene Atmosphäre eine große Rolle.

Der nächste Schritt: ab zum Arzt

Ist der Bann erst einmal gebrochen, wird sich der Betroffene idealerweise um einen Arzttermin kümmern. Mut macht es, wenn der Partner ihn vielleicht zu einem Erstgespräch begleitet. Ein Arztbesuch ist deshalb so wichtig, da dieser feststellen kann, woher die sexuellen Funktionsstörungen überhaupt kommen. Liegt zum Beispiel beim Mann eine Erektionsstörung vor, können Depressionen, Diabetes oder sogar richtig gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen. Nur wenn der Betroffene zum Arzt geht, kann er dies in Erfahrung bringen und diese Leiden gleich mit therapieren lassen. Vermuten die Ärzte keine körperlichen Ursachen, sondern psychische Gründe, machen Gesprächstherapien bei einem Psychologen Sinn, zu denen der Partner den Betroffenen auch begleiten kann. Dies gibt noch einmal ein Stückchen mehr Sicherheit.

Fazit

Wenn sich die von einer sexuellen Funktionsstörung betroffenen Partner früh genug öffnen und über das Problem reden, sind Hopfen und Malz noch nicht verloren. Natürlich muss grundsätzlich ein Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern herrschen. Dann wird es auch gegenseitiges Verständnis und keine Vorwürfe geben. Diese Gespräche dürfen nicht unterschätzt werden, denn zunächst einmal redet der Betroffene lieber mit seinem geliebten Partner als mit einem fremden Arzt. Aber ein generelles Einigeln und der Rückzug haben schon häufig dafür gesorgt, dass schon so manche Ehe an sexuellen Funktionsstörungen zerbrochen ist.